Keine Pilze? Von wegen!
Neulich erzählte mir ein Bekannter, der gerne »in die Pilze geht«, dass es dieses Jahr keine Pilze gebe. Der Sommer sei zu heiss und zu trocken gewesen. Ich fragte ihn, ob er denn wirklich gar keine Pilze gesehen hätte. Doch, schon. Aber eben keine, die man essen kann. Welche er meine, fragte ich. Na Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge und Parasole — er habe noch keinen einzigen davon gesehen, der Wald sei leer, verzog er sein Gesicht. Oje, ich verstand seinen Frust nur zu gut — schmunzeln musste ich trotzdem.
Allein in Deutschland gibt es rund 200 essbare Pilzarten. Dazu kommen etwa 150 giftige und viele tausend ungenießbare Arten. Wer nur eine Handvoll bekannter Speisepilze kennt, sieht also nur einen winzigen Ausschnitt von dem, was im Wald tatsächlich wächst. Genau das macht das Pilzesuchen spannend: Je mehr man weiss, desto mehr gibt es zu entdecken.
Foto oben: Ein frischer Fichtensteinpilz (Boletus edulis) und ein Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)
Der Sommer 2026 war tatsächlich lang, heiss und trocken. Aber seit Mitte August hat es immer wieder geregnet. Gerade an den feuchteren Nordwesthängen konnte sich die Feuchtigkeit halten — und inzwischen tut sich dort einiges. Nicht nur bei Pfifferlingen und Steinpilzen. Auch viele andere Arten sind unterwegs: essbare, ungenießbare und giftige. Manche leicht zu erkennen, andere erst auf den zweiten oder dritten Blick.
Was aber sogar noch spannender werden könnte: Mehrmals wurden in diesem heissen Sommer der majestätische Kaiserling und der prächtige Satans-Röhrling (giftig) gesichtet. Die seltenen und in Deutschland geschützten Arten weiten im Zuge des Klimawandels ihre Reviere in Südbaden aus. Die spannende Frage ist also nicht nur, ob es Pilze gibt, sondern welche gerade wo auftauchen — und warum.
Fotos unten: Der Kaiserling (Amanita caesarea) — eine Delikatesse mit 2000-jähriger Geschichte. Nadja Frotscher-Kanka (Pilzcouch Badenweiler) hat den seltenen Kaiserlingsfund am 25. September 2026 gesichert.
Foto unten: Satanspilz (Rubroboletus satanas) — Eine Augenweide, auch wenn einer der — wenigen — giftigen Röhrlingen.
Im Aufbaukurs E2 geht es darum, diesen Blick zu schärfen: Pilze finden, genauer hinschauen, Merkmale kennenlernen und verstehen, wo und wann welche Arten vorkommen, wie die Pilze auf die Temperaturschwankungen reagieren und mit welchen Arten künftig mehr zu rechnen ist und mit welchen weniger.
Für den nächsten E2-Termin haben sich bisher leider noch zu wenige Menschen angemeldet. Wenn noch ein paar Kurzentschlossene dazukommen, kann der Kurs stattfinden. Vielleicht ist das ja der richtige Moment, mal wieder »in die Pilze zu gehen« und zu schauen, was dort wirklich los ist?
Deshalb gibt es den E2 jetzt kurzfristig mit 25 % Preisnachlass, gültig bis einschl. Mittwoch, 07.10.26. Hier den Kurs E2 buchen
Die Ausbeute aus dem letzten Kurs am 26.09.26: gut 60 Arten, 46 wurden direkt bestimmt und besprochen!
Olya
4. Oktober 2026